Gesundheitskompetenz

Gesundheitskompetenz - was ist das?
Gesundheitskompetenz ist die Fähigkeit, im Alltag Entscheidungen zu treffen, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Dabei geht es Wissen und Können des Einzelnen, sich gesund zu verhalten.
Eine gesundheitskompetente Person nutzt Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten in Gesundheitsfragen. Sie ist motiviert und befähigt, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und (entsprechend) zu handeln - zu Hause, am Arbeitsplatz, im Gesundheits- und Bildungssystem und in der Gesellschaft ganz allgemein.
  

Dahlgren & Whitehead, 1991, Policies and strategies to promote equity in health. Stockholm: Institute of Future Studies


Der Begriff «Gesundheitskompetenz» ist freilich vielschichtig. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass die Bevölkerung – falls nötig – auf vorhandene Unterstützungsstrukturen und Instrumente zurückgreifen kann und dass die politischen Rahmenbedingungen der allgemeinen Gesundheit förderlich sind.

Nach Nutbeam (2000) lassen sich drei Ebenen der Gesundheitskompetenz unterscheiden

Gesundheitskompetenz ist jedoch nicht alleine eine Angelegenheit des Gesundheitswesens. Es handelt sich auch um ein «transversales» Thema, wo neben Krankenversicherern, Ärzteschaft oder Patientenorganisationen auch der Bildungsbereich, die Ernährungs- und Sportindustrie sowie der Detailhandel involviert sein sollten. Denn Gesundheit betrifft nicht alleine den kurativen Sektor, sondern vom Pausenapfel bis hin zum Treppenlaufen die ganze Lebenswelt der Menschen – kurz: den Alltag.

Was ist der Nutzen von Gesundheitskompetenz?
Individueller Nutzen:
  • Höhere Autonomie im Umgang mit zunehmenden, z.T. intransparenten Gesundheitsdienstleistungen und einem komplexen Gesundheitssystem, in dem sie erbracht werden
  • Verbesserter Zugang zu Informationen in Gesundheitsfragen und effektivere Nutzung dieser Ressourcen
  • Erleichterte Entscheidungsfindung zur Förderung der individuellen Gesundheit und des Wohlbefindens sowie im Umgang mit Krankheit
  • Bessere Kommunikationsmöglichkeiten über den Krankheitsverlauf und leichteres Auffinden von geeigneten Gesundheitsfachleuten
  • Anpassungsfähigkeit an gesundheitliche Beeinträchtigungen
  • Verbessertes Selbstmanagement bei chronischen Krankheiten, zunehmendes Verständnis für medikamentöse Therapien und effizienterer Umgang damit

Gesamtgesellschaftlicher Nutzen:
  • Förderung von Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität des Einzelnen und der Gesellschaft
  • Stärkung der Kompetenz der Bürgerinnen und Bürger im Umgang mit unterschiedlichen Leistungserbringern im Gesundheitswesen und im Umgang mit dem Gesundheitsversorgungssystem selbst.
  • Bewahrung von Autonomie im Alter und Verhinderung bzw. Hinauszögerung der Pflegebedürftigkeit 
  • Beitrag zur Dämpfung der Kostenentwicklung in der Gesundheitsversorgung 
  • Senkung der Kosten zulasten der obligatorischen Krankenversicherung 
  • Beitrag zur Sicherung der übrigen Sozialversicherungssysteme 
  • Förderung und Bewahrung der Arbeitsfähigkeit 
  • Verzögerung krankheitsbedingter vorzeitiger Verrentungen 
  • Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der Schweiz 
  • Investition in die Leistungsfähigkeit (analog zur Bildung) zur Stärkung der Gesamtgesellschaft


Sorensen et al., 2012

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